Europa

Was tun in Venedig?

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Bella Italia ist doch immer eine Reise wert. Dies gilt ganz besonders für das in Norditalien liegende Venedig. Ja, die Lagunenstadt wird regelrecht von Touristen überflutet, aber trotzdem verzauberte mich die aus mehr als 100 kleinen Inseln bestehende Stadt auch bei meinem zweiten Besuch auf Anhieb. Denn dank der schmalen Gassen, der vielen kleinen Brücken und Kanäle, herrscht hier eine einzigartige und überaus romantische Atmosphäre – wenn man es denn schafft, den Menschenmassen auszuweichen. Wie man das anstellt und was man in Venedig tun und sich anschauen sollte, folgt jetzt.

1. Ziellos umherlaufen und das wahre Venedig entdecken

Klingt simpel, ist es eigentlich auch. Vom zentralen Bahnhof aus bemerkt man ganz besonders, dass die Menschen alle zu den gleichen Zielen strömen: dem Markusplatz und der Rialtobrücke. Der Weg dorthin wird für die Zielorientierten glücklicherweise ausgeschildert, sodass niemand auch nur auf die Idee kommt, von der kürzesten Route abzuweichen. Wir sind da anders. Wir haben keine Lust dem Fluss zu folgen und biegen einfach mal links ab, wo kaum jemand zu sehen ist.

So lassen wir uns nach Lust und Laune treiben, überqueren zahlreiche Brücken und landen oftmals in einer Sackgasse. „Agua“ sagt eine Einheimische, die uns entgegenkommt und macht uns damit klar, dass wir dort nicht weiterkommen 😀

So erging es uns unzählige Male, doch stießen wir auch immer wieder auf verborgene, wunderschöne Ecken, die wohl nur wenige Touristen entdecken. So fanden wir durch Zufall die Universität von Venedig, in der wir uns ein wenig umschauten und die Studenten in ihrem Alltag beobachteten. Interessant ist auch das Treiben an einer Tankstelle, wo die Einheimischen ihre kleinen Boote betanken, das Ausliefern von Paketen per Boot oder auch die Organisation eines Wohnungsumzugs auf dem Wasser. Alles Kleinigkeiten, die einem aber das echte Venedig und das normale Leben dort näherbringen. Also: Die Füße in die Hand nehmen, Karte oder Navi wegstecken und einfach drauf los verirren.

Zum Markusplatz kann man schließlich auch später noch… Nämlich jetzt.

2. Markusplatz besuchen – zumindest kurz

Kommt man aus Venedig zurück, kann man doch nicht sagen, dass man nicht am Markusplatz war. Unmöglich. Deswegen hin da und zumindest einen Blick riskieren. Der Piazza San Marco ist der Versammlungsort schlechthin für alle Touristen Venedigs. Dort befindet sich die Markuskirche, in die man kostenlosen Eintritt erhält, der Markusturm, von dem man eine tolle Aussicht auf Venedig hat und der Dogenpalast, den man für ein Entgelt von 20€ besichtigen kann.

Rundherum befinden sich hochpreisige Shops und Cafés, die unzählige Touristen ansteuern, um ein Essen oder einen Kaffee an diesem berühmten Ort einzunehmen. Wenn euch euer hart erarbeitetes Geld lieb ist, ein Tipp: nicht machen. Ein paar Ecken weiter gibt es viel besseres Essen zu einem Bruchteil des Preises und vielleicht begegnen einem dort sogar Venezianer. Also hier ein typischer „Umgeht die Touristenfallen“-Hinweis.

3. Die Aussicht vom Markusturm bestaunen

Ein Gutes hat der Markusplatz allerdings: den Campanile di San Marco. Dank ihm kann man aus fast 100 Metern Höhe die gesamte Hauptinsel von oben betrachten. An besonders klaren Tagen soll man sogar die Alpen sehen können *skeptisch*.

Der 360 Grad Rundumblick auf die Lagunenstadt ist zweifellos klasse und sein Geld wert. Der Eintrittspreis beträgt 8€. Reserviert man im Voraus, bezahlt man 13€, muss dann allerdings auch nicht in der teilweise sehr langen Schlange anstehen. Das muss jeder Besucher für sich entscheiden. Die Tickets kann man hier erwerben. Beachtet unbedingt die Hinweise zu den Tickets und haltet euren ausgewählten Time-Slot ein, da euch sonst bei Verspätung der Zutritt verwehrt wird.

4. Glasbläserei in Murano besuchen

Murano-Glas findet man in Venedig an jeder Ecke. Das weltweit berühmte Glas wird mit Vorliebe in prächtigen Bauten verwendet, wie z.B. der Sheikh Zayed Moschee in Abu Dhabi, wo sich mehrere gigantische Kronleuchter aus Murano-Glas befinden. Die meist sehr bunten und exklusiven Glaserzeugnisse werden in Handarbeit auf der kleinen Insel Murano hergestellt. In zahlreichen Glasbläsereien werden Vorführungen für die Touristen angeboten und je nach Betrieb auch das Verfahren erklärt. Der Besuch lohnt sich definitiv für diejenigen, die sich für dieses Kunsthandwerk interessieren. Nach der Vorführung hat man dann die Möglichkeit, im betriebseigenen Shop Murano-Glas zu kaufen, was sicherlich die ursprüngliche Intention der Betriebe ist. Zumindest kann man dort davon ausgehen, dass es sich um echtes Murano-Glas handelt, während man auf der Hauptinsel aufpassen muss, dass man keine Fake-Ware untergejubelt bekommt.

5. Fahrt nach Burano – dem bunten und kleineren Venedig

Bunt, bunter, Burano. So lässt sich diese Insel am besten beschreiben. Die scheinbar in den Farbtopf gefallene Insel ist im Grunde ein kleineres Venedig und man kann sie in gut zwei Stunden komplett ablaufen.

Burano ist dank der farbenprächtigen Häuser und kleinen Kanäle richtig niedlich und dadurch äußerst fotogen. Aber auch hier gilt es, den Menschenmassen auszuweichen. Das ist nicht ganz so leicht wie auf der Hauptinsel, da Burano einfach viel kleiner ist. Mit ein bisschen Tempo und Geduld sollte man aber trotzdem das ein oder andere ruhige Plätzchen finden.

Die Anfahrt mit dem Wasserbus dauert ca. 40 Minuten und ist bei großem Andrang und Hitze schon relativ anstrengend. Am besten ganz früh morgens los oder gegen Abend, wenn man einen entspannteren Besuch haben möchte. Also immer dann, wenn die anderen Touristen schlafen 😉

6. Gondelfahren – es gehört halt dazu

Was wäre Venedig ohne seine Gondeln und Gondoliere? Ja gut, Venedig wäre trotzdem wunderschön… ABER sie gehören zu Venedig einfach dazu und tragen zu der einzigartigen Atmosphäre bei.

Natürlich kann man das Gondelfahren als typische Touristenfalle bezeichnen. Aber irgendwie will man es doch wenigstens einmal mitgemacht haben. Damit dieses eine Mal auch möglichst besonders ist und kein rausgeschmissenes Geld, hier mein Tipp: Angelt euch eine Gondel abseits der Touri-Spots. Vereinzelt stehen welche an weniger belebten Ecken. In den dortigen Kanälen ist deutlich weniger Verkehr und man ist mehr für sich, sodass auch ein Anflug von Romantik entstehen kann. Beim Rumdackeln auf dem Canal Grande mit 30 anderen Gondeln links und rechts, dürfte das schwierig werden.

Der Preis für eine ca. 40-minütige Gondelfahrt liegt zwischen 80€ am Tag und 100€ während des Sonnenuntergangs bzw. am Abend.

7. Gelato und Pizza essen

Italien und Essen gehören zusammen wie Romeo und Julia. Auch Venedig lässt sich bezüglich der typischen italienischen Spezialitäten nicht lumpen. So findet man köstliches Gelato in jeder Straße und es hat bei zahlreichen Verkostungen in unterschiedlichen Gelaterien anstandslos überzeugt. Zu den wohl bekanntesten und beliebtesten zählen das Gelato di Natura und das Suso.

Pizza und Pasta gehören natürlich ebenso zu einer Italien-Reise dazu. Da haben es uns besonders zwei getestete Lokalitäten angetan: Einmal Dal Moro’s Fresh Pasta to go, wo man – wie es der Name vermuten lässt – frische, hausgemachte Pasta zu einem kleinen Preis bekommt. Der Laden befindet sich in der Nähe des Markusplatzes und ist perfekt für den nicht ganz so kleinen Hunger zwischendurch.

Die wohl bisher beste Pizza unseres Lebens verspeisten wir im etwas versteckten Pizza 2000. Die kleine Pizzeria bietet eine große Auswahl und wird fast ausschließlich von Einheimischen besucht. Der Grund dafür: Es mangelt zwar an Atmosphäre, aber die Pizza ist einfach phänomenal. Super dünn, gut belegt und dazu noch preiswert. Wer braucht da schon Kerzenlicht und Wein? Der Geschmack zählt. Und wir messen unsere Pizzen jetzt immer an dieser 😀

Möchte man aber trotzdem mal einen romantischen Abend bei Kerzenlicht verbringen, so gibt es zahlreiche gemütliche Restaurants, die mit ihren Sitzgelegenheiten direkt am Kanal locken. Dass man aufgrund der besonderen Atmosphäre gleich mehr bezahlen muss, dürfte klar sein. Wir haben uns dieses Vergnügen zumindest einmal an meinem Geburtstag gegönnt. Es war zwar lecker, aber die preiswerte Pizza war besser 😉 Lesson learned: Nur weil etwas teurer ist, muss es nicht gleich besser schmecken.

An Desserts mangelt es in Venedig auch nicht. Diverse Bäckereien präsentieren ihre wunderschönen Cannoli, Küchlein und Kekse.

Ein echtes italienisches Cannoli wollte ich nun auch endlich mal probieren und mein Fazit: I approve, auch wenn die Creme ziemlich heavy ist.

Die Nr. 1 der Restaurants in Venedig laut TripAdvisor musste natürlich auch von uns getestet werden, besonders weil es sich um ein Crêpes-Restaurant handelt. Wer steht bitteschön nicht auf Crêpes? Der äußerst kleine Laden COCAETA bietet unzählige Crêpes-Variationen in süß und herzhaft an. Geschmacklich haben uns die Crêpes absolut überzeugt und der Preis ist ebenso in Ordnung (ca. 5€ für einen süßen Crêpes).

Wer in Mestre übernachtet und einen guten Laden für ein Frühstück sucht, dem kann ich das Brunch! empfehlen. An meinem Geburtstag wollte ich unbedingt leckere Pancakes essen und bin bei meiner Suche auf dieses Lokal gestoßen. Es bietet bestes American Breakfast inklusive Bagels und Pancakes. Super lecker und preislich absolut im Rahmen. Für 2 Bagels, 2 Pancake-Portionen und 2 Kaffee zahlten wir ca. 30€.

Es gibt sicherlich noch mehr kulinarische Highlights in Venedig, die entdeckt werden wollen. Aber wir konnten in 3 Tagen leider nicht mehr ausprobieren.

Mein Motto: Im Urlaub wird genossen und gekostet. Kalorien zählen kann man wieder zuhause.

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