Europa

2 Tage in London

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London bietet als eine der populärsten Großstädte Europas zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Attraktionen. Dank mehrerer Airlines ist die Metropole günstig und schnell von Deutschland aus zu erreichen und eignet sich somit hervorragend für einen kurzen Städtetrip zwischendurch. Doch was sollte man sich unbedingt anschauen und welche Sights kann man getrost links liegen lassen? Wieviel schafft man in einem relativ kurzen Zeitraum ohne einen Dauerlauf hinzulegen? In diesem Artikel erläutere ich meine Empfehlungen für einen zweitägigen Besuch sowie weitere optionale Sehenswürdigkeiten für einen längeren Trip.

Tag 1:

Vormittags Tower of London

Bei unserem ersten London-Trip vor sechs Jahren haben wir uns den Tower of London nur von außen angesehen. Nachdem wir ihn jetzt besucht haben, frage ich mich, warum wir ihn damals überhaupt ausgelassen haben. Denn dieses berühmte Londoner Wahrzeichen steckt voller spannender und grausamer Geschichte. Der Gebäudekomplex an der Themse diente seit seinem Bau vor fast 1000 Jahren als sichere Festung, royaler Palast sowie als berüchtigtes Gefängnis.  Ebenso vielfältig wie die Vergangenheit des Towers, sind auch die einzelnen Attraktionen, die man heute dort besichtigen kann. So kann man sich die milliardenschweren royalen Kronjuwelen (hehe), den White Tower inklusive alter Rüstungen und Waffen, sowie den ehemaligen Folterraum mitsamt der grausigen Folterinstrumente ansehen. Unbedingt mitmachen sollte man die kostenlose Yeoman Warder Tour, die jede halbe Stunde startet und ca. 1 Stunde dauert. Dabei bekommt man viele interessante Hintergrundinformationen zum Tower, die auch noch sehr unterhaltsam verpackt sind.

Die Tickets sollte man bestenfalls vorab online kaufen und auch schon zuhause ausdrucken. So zahlt man anstelle der regulären £25 „nur“ £22.70 pro Erwachsenen. Für einen ausgiebigen Besuch kann man gut und gerne 3-4 Stunden einplanen.

Nachmittags Tower Bridge & Spaziergang an der Themse

Bereits vom Tower of London aus hat man einen super Blick auf die unweit gelegene Tower Bridge.

Nach dem Besuch des Towers kann man also gleich weiter zur Brücke und auf die andere Seite hinüberschlendern. Der architektonische Stil der Klappbrücke ist schon ganz besonders und dürfte in dieser Art einzigartig sein. Wer mehr über die Brücke erfahren möchte, kann die Tower Bridge Exhibition besuchen, inkl. Panoramablick auf die Themse, einem neu errichteten gläsernen Steg zwischen den zwei Türmen sowie einer Ausstellung zur Entstehung und Geschichte der Brücke. Der Preis hierfür liegt bei £9.80.

Ist man am anderen Ufer, kann man an der auffällig geformten City Hall vorbei und weiter entlang der Themse in Richtung Westen spazieren. So passiert man zunächst die HMS Belfast, ein altes britisches Kriegsschiff, das Bestandteil eines Museums ist.

Daraufhin folgt ein paar Häuserreihen entfernt The Shard, der höchste Wolkenkratzer der EU, dessen Aussichtsplattform für Besucher ab £21.50 zugänglich ist.

Noch ein kleines Stück weiter findet man schließlich den hübschen Borough Market, wo man sich ein wenig umschauen und etwas leckeres naschen kann.

Abends London Eye

Das London Eye ist das höchste Riesenrad Europas und eine typische Touristenattraktion. Trotzdem kann man sie beim ersten London Trip ruhig mitnehmen, auch wenn der Preis ziemlich happig ist. Bucht man vorab online, zahlt man £25.20 statt £28 und kann seinen gewünschten Time Slot wählen. So vermeidet man etwaiges Schlange stehen oder auch ausverkaufte Tickets.

Besonders schön ist die Fahrt mit Blick auf das Westminster Palace und die Themse zum Sonnenuntergang oder abends, wenn sich die Stadt in ein Lichtermeer verwandelt. Für eine Umdrehung braucht das Riesenrad ca. 30 Minuten.

Wer sich für eine Fahrt mit dem London Eye entscheidet, sollte sich u.U. gleich die angebotenen Kombitickets näher anschauen. Möchte man noch Madame Tussauds oder The London Dungeon besuchen, kann man hier kräftig sparen.

Tag 2:

Vormittags Buckingham Palace

Der Buckingham Palast ist die Residenz der Queen und im Sommer mehrere Wochen lang für Besucher geöffnet. Betreten darf man während seines Rundgangs allerdings nur die sogenannten State Rooms, wie beispielsweise den Throne Room, die Picture Gallery, die zahlreiche unbezahlbare Gemälde beinhaltet, den großen Ballsaal, der für Staatsbanketts genutzt wird und das beeindruckend goldene Treppenhaus. Der Palast ist im Grunde so wie man ihn sich vorstellt: Unglaublich pompös und voller Prunk. Fotografieren ist leider innerhalb des Palastes verboten.

Der Eintrittspreis liegt bei £24 pro Person. Ein Audioguide, mit dem man die eigenständige Tour durch den Palast macht, ist inklusive. Die Tickets können mit dem gewünschten Time Slot vorab hier gebucht werden. Tickets sind aber wie gesagt nur im Sommer verfügbar!

Hört man sich brav alle Stories des Audioguides an, braucht man maximal 2 Stunden für die Tour durch den Palast.

Ist man denn zeitig fertig, kann man sich anschließend die aufwendige Changing of the Guard-Zeremonie vor dem Buckingham Palast ansehen, die um ca. 11 Uhr stattfindet. Die genauen Zeiten sollte man hier recherchieren, da die Zeremonie nicht täglich abgehalten wird und die Zeiten jahreszeitenabhängig wechseln.

Mittags Picadilly Circus, Chinatown, Leicester Square & Trafalgar Square

Vom Buckingham Palast aus kann man anschließend Richtung Nordosten, am überfüllten und an den Times Square erinnernden Picadilly Circus vorbei, nach Chinatown.

Der Stadtteil eignet sich hervorragend für ein Mittagessen, da die Preise dort für Londoner Verhältnisse wirklich annehmbar sind. Bei schönem Wetter kann man sich sein Essen mitnehmen und es sich unweit am gemütlichen Leicester Square schmecken lassen.

Nur ein paar Straßenecken weiter befindet sich der Trafalgar Square, ein großer Platz, der als eigentliches Zentrum Londons gilt. Hier ist allerdings nicht mal annähernd so viel los wie am Picadilly Circus. Der Platz eignet sich gut für eine Pause oder zum Leute beobachten.

Nachmittags Stadtteil Westminster

Wenige 100 Meter südlich liegt der Stadtteil Westminster mit einigen von Londons bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Hier befindet sich das Westminster Palace, der Sitz der britischen Regierung, der wohl berühmteste Glockenturm der Welt Big Ben sowie die eindrucksvolle Westminster Abbey, eine Kirche, die Schauplatz für royale Hochzeiten und Krönungszeremonien ist.

Tickets für eine Tour durch das Parlamentsgebäude kann man für £25.50 hier buchen.

Die Westminster Abbey kann man ebenfalls von innen besichtigen. Der Eintrittspreis hierfür liegt bei £20. Während einer Messe ist der Zutritt allerdings für alle kostenlos. Es wird jedoch empfohlen früh genug dort zu sein, um noch einen freien Platz zu ergattern. Die planmäßigen Messezeiten sowie den Buchungsvorgang für die Tickets findet ihr hier.

Big Ben darf man als nicht-britischer Tourist leider nicht von innen besuchen. Das spielt im Augenblick aber eh keine Rolle, weil der Turm bis 2021 restauriert wird. Bis dahin läutet er nicht und ist derzeit auch noch komplett verhüllt ☹ Ich bin nur froh, dass ich ihn bereits vor 6 Jahren in all seiner Pracht gesehen habe, ansonsten wäre ich schon enttäuscht gewesen.

Abends ins Pub oder Musical

Nach einem langen Tag voller Sightseeing kann man sich einen Drink in einem Pub im Ausgehviertel Soho oder Covent Garden gönnen und sich so unter die Londoner mischen.

Für wen das nichts ist, sollte vielleicht einen Musicalbesuch in Betracht ziehen. Denn Londons Theater-und Musicalangebot ist vielfältig. Ob Aladdin, König der Löwen, Phantom der Oper oder Les Misérables – alle großen Shows sind hier vertreten. Tickets gibt es bereits ab £20 (natürlich für die hintersten Plätze). Wer offen ist und den besten Deal erwischen will, sollte zum TKTS-Stand am Leicester Square gehen. Dort werden günstige Last-Minute Restetickets verkauft. Welche Shows gerade im Angebot sind, kann man online vorab einsehen.

Egal wofür man sich entscheidet – beides dürfte ein würdiger Abschluss für einen aufregenden London Trip sein.

MOMENT – du hast noch mehr Zeit zur Verfügung? Na gut, dann hier noch einige weitere Tipps, um deine Urlaubstage zu füllen.

Optional Tag 3:

Harry Potter Warner Bros. Studio Tour

Für alle Harry Potter Fans ein MUSS! Für diejenigen, die die Filme zumindest mochten oder sich allgemein fürs Filmemachen interessieren aber auch definitiv lohnenswert.

Die Warner Bros. Studios befinden sich in Watford, gut 30km von London entfernt. Die Anreise erfolgt zunächst mit dem Zug von der Station London Euston nach Watford Junction. Von dort aus fährt in regelmäßigen Zeitabständen ein nicht zu übersehender Shuttlebus zu den Studios. Die gesamte Anreise nimmt gut 45 Minuten in Anspruch. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite der Studio Tour.

Neben den in der Harry Potter-Reihe verwendeten Requisiten und Kostüme, beeindrucken besonders die einem so wohlbekannten Sets, wie z.B. die große Halle – die allerdings gar nicht so groß ist, wie man sie erwartet hätte – oder auch die Winkelgasse, die mich direkt in die Zaubererwelt entführte 😀 Expelliarmus!

Hintergrundinformationen zur Entstehung der Filme gibt es im Special Effects-Bereich, inkl. Green Screen Demonstrationen sowie in der Kunstabteilung, wo die Planung der Sets und Requisiten veranschaulicht wird. Das Highlight der Abteilung ist das Hogwartsschloss-Modell, das von 86 Künstlern mit viel Liebe zum Detail erbaut wurde.

Die Studio Tour bietet den Besuchern somit einiges, weshalb der Eintrittspreis von £41 pro Erwachsenen absolut in Ordnung geht. Ganz besonders im Hinblick darauf, dass man hier locker um die 4 Stunden verbringen kann. Stärken kann man sich zwischendurch in einem der Cafés und wer ganz mutig ist, kann auch ein Butterbier probieren. Mir war das allerdings viel zu süß. Es klingt irgendwie besser als es schmeckt 😀

Mit dem Besuch der Harry Potter Studios dürfte ein Urlaubstag überwiegend gefüllt sein, sodass man sich an diesem Tag nicht mehr viel vornehmen sollte.

Optional Tag 4:

Ist man noch länger in London unterwegs, könnte man sich die verschiedenen Parks ansehen, wie z.B. den gigantischen Hyde Park im Westen der Stadt.

Eine andere Möglichkeit ist ein Ausflug Richtung Osten nach Greenwich zum Royal Observatory. Am Ursprungsort des Nullmeridians kann man gleichzeitig in zwei unterschiedlichen Zeitzonen stehen. Per Boot ist die Fahrt nach Greenwich besonders bequem.

Dies sollte für einen ausgiebigen Städtetrip genügen. Ein dreitägiger London-Aufenthalt ist im Grunde ideal. So sieht man noch relativ entspannt alle Highlights der Stadt ohne dass Langeweile aufkommt. London ist einfach zu teuer, um dort „unnötig“ viel Zeit zu verbringen 😉

 

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